27. August 2009
Twitter steht in der Kritik: Twitter sei anspruchslos und oberflächliches Geschwätz. Twitter sei sinn- und nutzlos. Insider und überzeugte Tweeter wehren sich dagegen. Wir berichten über die Twitter-Studie und thematisieren, was AutorInnen mit ‹Ambient Intimacy›, ‹Social Grooming› und ‹peripheral social awareness› beschreiben.
Kritik
Wir beziehen uns auf die Twitter-Studie von ‹Pear Analytics› vom August 2009 und übersetzen aus dem Posting die Hauptresultate:
Sinnloses Geschwätz gewann mit 40.55% aller erfassten Tweets; immerhin waren Tweets mit kommunikativem Inhalt an zweiter Stelle mit 37,55% und weitergereichte (RT) Tweets an dritter Stelle mit 8,7%.
Quellen: Twitter Study Reveals Interesting Results About Usage . 196 Antworten gibt es bis heute 27.8.2009 auf dieses Posting. Die ganze Studie: Twitter Study – August 2009 (PDF 1,53 MB)
Twitter ist für viele UserInnen persönliches und / oder berufliches Netzwerk. Auch banale Tweets haben ihre Bedeutung. Sie geben den Menschen hinter dem User, der Userin ein persönliches Gesicht. Häufig sind sie humorvoll, berichten über Ungeschicke, oder es sind Feedbacks, Fragen, Bitten um Support, Danke und private Erlebnisse. Sie machen im jeweiligen Kontext Sinn und sind wertvoll.
‹Ambient Intimacy›
Lisa Reichelt prägte den Begriff Ambient Intimacy. Sie definiert ihn
Ambient intimacy is about being able to keep in touch with people with a level of regularity and intimacy that you wouldn’t usually have access to, because time and space conspire to make it impossible.
In ihrem Posting vom 01.03.2007 schreibt sie über ihre Recherchen und stellt Vergleiche an. Menschen erleben diese ‹osmotische Kommunikation› als bereichernd für ihr Leben (online und offline). Ihrem Beitrag folgen über 151 Kommentare (besucht 27.8.2009).
In ihrer Präsentation auf Slideshare begründet sie, weshalb Ambient Intimacy wichtig ist, verweist auf verwandte Begriffe von anderen AutorInnen und macht zusätzlich mit Bildern Ambient Intimacy verständlich. Zur Präsentation: Ambient Intimacy.
Das Gleiche meint und beschreibt mit anderen Worten Danah Boyd:
peripheral awareness + social grooming?
Danah Boyd schreibt in Twitter: ‹pointless babble› or peripheral awareness + social grooming? Sie hebt das Bedürfnis nach sozialer Interaktion hervor.
...We like the fact that humans are social. It's good for society. And what they're doing online is fundamentally a mix of social grooming and maintaining peripheral social awareness....
...Conversation is also more than the explicit back and forth between individuals asking questions and directly referencing one another. It's about the more subtle back and forth that allow us to keep our connections going. It's about the phatic communication and the gestures, the little updates and the awareness of what's happening in space...
Bildquelle:
danah boyd at the 2007 Microsoft Research Social Computing Symposium von
Marc_Smith
lernundenter: Die beschriebenen "Phänomene" machen Stimmung und Kultur auf Twitter aus, die nur wahrnimmt, wer über einen längeren Zeitpunkt selbst twittert.