multidimensionales Geriatrisches Assessment

Geriatrie: Siebzig Jahre geriatrisches Assessment – wo stehen wir heute? (PDF 84 KB)

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Die Zukunft des geriatrischen Assessments hat eben erst begonnen.

Dr. med. Daniel Grob (Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie SFGG) beginnt den Artikel mit der Definition des Begriffes ‹multidimensionales Geriatrisches Assessment›:

multidimensionales geriatrisches Assessment:

Damit wird ein interdisziplinärer, diagnostischer Prozess beschrieben, der mehrere Gesundheitsdimensionen berücksichtigt und in dem versucht wird, die körperlichen, psychischen, sozialen, funktionellen und ökonomischen Defizite bzw. Ressourcen von älteren, gebrechlichen Menschen aufzudecken, um einen integrierten Behandlungsplan mit langzeitiger Nachbetreuung zu erstellen.

Der Autor skizziert die Geschichte des Geriatrischen Assessments und Zukunftsperspektiven für die Schweiz.

Zur Geschichte:

  • Dr. Marjorie Warren (UK), fordert 1943 eine ärztliche Spezialisierung in Geriatrie, den Einbezug der Geriatrie in die medizinische Ausbildung und die Gründung von geriatrischen Abteilungen in den Spitälern.
  • Stillstand im übrigen Europa und den USA (BabyBoomer, Golden Sixties)
  • Wiederaufnahme der Gedanken von Dr. Marjorie Warren durch Laurence Rubenstein (Kalifornien)
  • 1984 publiziert Laurence Rubenstein eine Untersuchung, die die positive Wirkung von Geriatrischen Assessments aufzeigt
  • 1993: Andreas Stuck (Geriater von Bern): 28 kontrollierte Studien. Er unterscheidet vier Typen von Assessmentprogrammen
  • Diese Resultate brachten in den 1990er Jahren Ruhe in die Diskussion - die Forschungsarbeiten gingen weiter mit positiven Auswirkungen.
  • 2005 in Ellis G, Langhorne P.: Comprehensive geriatric assessment for older hospital patients: Das multidimensionale geriatrische Assessment im Spital ist als evidenzbasierter Standard für die Betreuung von älteren, gebrechlichen Spitalpatienten anzusehen.

Geriatrische Assessment-Strategien sind heute –70 Jahre nach Marjorie Warren und nach 30 Jahren intensiver Forschung und Entwicklung – evidenzbasierte Verfahren, die bei der Betreuung der zunehmenden Population der alten, gebrechlichen, polymorbiden Patienten eine grosse Bedeutung haben. Sie sind einer der Schlüssel zur Sicherstellung, dass auch hochbetagte, gebrechliche Menschen, welche häufig spezielle Ziel- und Wertvorstellun gen besitzen, von den Fortschritten der subspezialisierten Medizin profitieren können.

Mehr zu Dr. Marjorie Warren in Marjorie Warren - Ganfyd (Wiki für Health Professionals) und Geriatrics - Wikipedia (dort "Mother of Geriatrics" genannt)

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Wieviele Health Professionals braucht das Schweizer Gesundheitssystem bis 2030?

Ageing workforce in an ageing society

Wieviele Health Professionals braucht das Schweizer Gesundheitssystem bis 2030?

Die älter werdende Bevölkerung und die Alterung des Gesundheitspersonals werden einen starken Bedarf an qualifiziertem Gesundheitspersonal erzeugen. Gemäss den untersuchten Szenarien müssen bis zum Jahr 2030 zwischen 120‘000 und 190‘000 Fachpersonen rekrutiert werden. Mindestens 2/3 davon sind notwendig, um Personal zu ersetzen, welches das Rentenalter erreicht. Das dritte Drittel muss den gestiegenen Bedarf an Pflege und Versorgungsleistungen abdecken.

Drei Ursachen für Personalbedarf:

  • Pensionierung: Ersetzen der Abgänge infolge Pensionierung.
  • Drop out: Der Ausstieg aus dem Beruf oder «drop out», das heisst, die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte in Richtung anderer Branchen und Sektoren, anderer Gesundheitssysteme (Wegzug ins Ausland, Komplementärmedizin, Wellness) oder das vollständige Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt
  • Erhöhte Nachfrage: Die Steigerung der Nachfrage nach Leistungen und Personal wegen eines erhöhten Versorgungsbedarfs in der Bevölkerung.

Mit einem umfassenden Massnahmenpaket soll der Bedarf verringert werden:

  • Gesundheitsförderung stärken
  • Gesundheitskompetenz entwickeln
  • Autonomie der alten Menschen erhalten
  • Innovationen in der ambulanten Versorgung entwickeln
  • Der Rationierung vorbeugen
  • Die Versorgung der Chronisch Kranken anpassen
  • Die Berufsverweildauer erhöhen
  • Den Wiedereinstieg erleichtern
  • Die Löhne anpassen
  • Die Zufriedenheit des Personals erhöhen (Magnet Hospitals)
  • der Konkurrenzierung vorbeugen: Abgänge verhindern, die Mitarbeitenden zu hohen Arbeitspensen während der ganzen Berufslaufbahn ermuntern, attraktiv werden für das immense Rekrutierungspotenzial, welches die Berufsaussteiger darstellen
  • flexible Arbeitszeiten anbieten
  • Die Ausbildungen auf den künftigen Bedarf ausrichten
  • bessere Daten generieren / Marktforschung betreiben
  • einen Verhaltenskodex entwickeln und anwenden, der auch dem Bedarf der Ursprungsländer des qualifizierten Personals Rechnung trägt

Bericht von Hélène Jaccard Ruedin und France Weaver, Schweizerisches Gesundheitsobservatorium, August 2009, Careum Working Paper 1, entstanden durch die Initiative der Stiftung Careum. Download PDF 1,29 MB

lernundenter: sehr informatives Dokument mit vielen Forderungen für die Zukunft.

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schwarz und weiss | weiss auf schwarz

lernundenter hat im Dezember eine Newsletter-Trilogie zu unbunten Farben gestartet. Aus verschiedenen Blickwinkeln werden schwarz - weiss und ihre Mischungen untersucht und betrachtet:

schwarz und weiss - weiss auf schwarz - schwarz mit weiss

schwarz und weiss - weiss auf schwarz - schwarz mit weiss
 

Teil 1:

Subtraktion und Addition ist schwarz und weiss | unbunte Farben | bunt versus unbunt | Nachbilder Stäbchen und Zapfen | Dämmersehen | Nachtblindheit und Literatur: PDF 898 KB

 

Teil 2:

Farbsysteme von S.A. Forsius, I. Newton | J.I. Schiffermüller | von J.W. Goethe | das Prisma | Grauwerte durch Punkte | Rasterbilder und Erkennung | Raum und Bewegung | Kultur und Religion | in der christlichen Liturgie | in der chinesischen Tradition | im Islam | Literatur: PDF 577 KB

Teil 3 folgt im Februar 2010.

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Frailty als Teil des geriatrischen Assessments

Frailty als Teil des geriatrischen Assessments (PDF 1,09 MB)

lernundenter: Romana Lenzen-Grossimlinghaus beleuchtet Frailty nicht nur aus der ernährungsphysiologischen Sicht: Referat an der edi2009 (ernährung diätetik infusionstherapie). Die Autorin sieht Frailty als einen ganzheitlichen Prozess mit vielen Dimensionen. Lesenswert.

Einige Themen

  • Ursachen und Folgen der Sarkopenie im Alter
  • Definition (S. 3)
  • Frailty-Index nach Rockwood (S. 7)
  • Dimensionen der Gebrechlichkeit
  • Assessment: Definition, Ziele, Erfolge (Studienresultate) und Elemente des Assessments inklusive Beschreibung aller Tests
Die Autorin definiert Frailty als

multidimensionales Syndrom, gekennzeichnet durch Verlust von Anpassungsfähigkeit und funktioneller Reserve mit dem erhöhten Risiko für Pflegebedürftigkeit und Tod.

Sehr interessant sind die Dimensionen der Gebrechlichkeit (Frailty):

  • Gesundheit / Krankheit
  • Medikation
  • Ernährung / Gewicht
  • Mobilität / Kraft / Koordination
  • Selbsthilfefähigkeit
  • Kognition
  • Affekt
  • soziales Netz

Ziele des Geriatrischen Assessments

  • Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit
  • Optimierung der medizinischen Behandlung
  • Verbesserung der FUnktionalität des Patienten
  • Erreichen und Erhalt grösstmöglicher Selbständigkeit
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Verbesserung der PatientInnen-Versorgung
  • Vermeidung von Heimeinweisungen
  • Qualitätskontrolle
Zu Frailty siehe auch: Frailty in the elderly - the physical dimension und Gebrechlichkeit (Frailty)
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10 Tatsachen über chronische Krankheiten

Nach den Missverständnissen über chronische Krankheiten im letzten Post heute 10 Tatsachen über chronische Krankheiten, übersetzt aus der WHO-Site:

10 facts about chronic disease

10 Fakten über chronische Krankheiten
 
  1. Chronische Krankheiten sind verantwortlich für 60% aller Todesfälle weltweit
  2. 80% aller chronischen Krankheiten treten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen auf
  3. Beinahe die Hälfte aller Todesfälle wegen chronischer Krankheiten betreffen Menschen unter 70 Jahren
  4. Rund um die Welt sind Frauen und Männer gleich von chronischen Krankheiten betroffen
  5. Die hauptsächlichsten Risikofaktoren für chronische Krankheiten sind ungesunde Ernährung (Diät), physische Inaktivität und Nikotinabusus
  6. Ohne Einwirkung sterben in diesem Jahr (der aktuelle Bericht ist von 2005) 17 Millionen Menschen frühzeitig an einer chronischen Krankheit
  7. Eine Billion Erwachsener sind übergewichtigt - ohne Massnahmen wird diese Zahl bis 2015 auf 1,5 Billionen ansteigen
  8. 22 Millionen Kinder unter 5 Jahren sind übergewichtig
  9. Nikotinabusus verursacht jedes Jahr mindestens fünf Millionen Todesfälle
  10. Wenn die wichtigsten Risikofaktoren für chronische Krankheiten beseitigt wären, wären mindestens 80% der Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Typ2-Diabetes und 40% der Krebskrankheiten verhindert.
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10 Missverständnisse über chronische Krankheiten

10 Missverständnisse über chronische Krankheiten

10 Missverständnisse
 

und die Realität im Bericht der WHO (Weltgesundheitsorganisation) Preventing CHRONIC DISEASES a vital investment (PDF 6,98 MB)

Verschiedene Missverständnisse haben dazu beigetragen, dass chronische Krankheiten vernachlässigt wurden. Im Report werden 10 der meist genannten Missverständnisse beschrieben, korrigiert und konkrete Beispiele vorgestellt:

10 chronische Krankheiten betreffen meistens Länder mit hohem Einkommen
09 Länder mit kleinem und mittlerem Einkommen sollten erst Infektionskrankheiten kontrollieren, bevor sie chronische Krankheiten anpacken
08 chronische Krankheiten betreffen meistens wohlhabende Menschen
07 chronische Krankheiten treffen meistens alte Menschen
06 Meistens sind Männer von chronischen Krankheiten betroffen
05 Chronische Krankheiten sind das Resultat ungesunden Lebensstils
04 Es gibt keine Prävention von chronischen Krankheiten
03 Die Prävention und Kontrolle von chronischen Krankheiten ist zu teuer

 

Halbwahrheiten, die sich hartnäckig halten:

02 Mein Grossvater rauchte und war übergewichtig und lebte 96 Jahre
01 Jeder Mensch muss irgendwann sterben

Die Realität ist im Report S. 24-39, resp. 8 - 22 nachzulesen.

Der Report ist auch im Blogbeitrag Preventing chronic diseases beschrieben

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Preventing chronic diseases

Preventing CHRONIC DISEASES a vital investment (PDF 6,98 MB)

200-seitiger Global Report der WHO (World Health Organisation), State-of-the-Art-Guide mit praktischen Vorschlägen und wie Länder diese umsetzen können.

Fokus ist die Prävention von prioritär Herzkrankheiten und Stroke (cardiovaskuläre Erkrankungen), Krebs, Asthma und COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen) und Diabetes. Andere Krankheiten werden selektiv beleuchtet.

Einige Themen als Stichworte:

  • 10 Missverständnisse über chronische Krankheiten
  • Was sind chronische Krankheiten - eine Aufzählung der wichtigsten
  • Konfusion zur Terminologie
  • Ursachen (u.a. Zusammenhang zwischen Armut und chronische Krankheiten)
  • Barrieren zur Gesundheitsversorgung
  • Millennium-Goals
  • Massnahmen: Aktionen, Prävention, Selfmanagement, Rehabilitation, Palliative Care
  • Rolle von Regierungen, Instituten, Netzwerken, Privatpersonen

chronische Krankheiten

Die hauptsächlich in diesem Bericht erwähnten Krankheiten sind Herzkreislaufkrankheiten, Stroke, Krebskrankheiten, Chronische Lungenkrankheiten und Diabetes mellitus.

Es gibt viele andere chronische Krankheitszustände, die Einzelpersonen, Familien und Gesellschaften schwer belasten. Beispiele sind: psychische Störungen, Seh- und Hörbehinderungen, Knochen- und Gelenkkrankheiten und genetische Störungen.

Terminologie

Es werden mehrere Begriffe in verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  • ‹noncommunicable diseases›, um den Unterschied zu infektiösen oder ‹communicable› diseases zu machen. Doch manche Krankheiten haben infektiöse Komponenten wie Cervikalkrebs oder Leberkrebs.
  • ‹Lifestyle-related diseases›, um den Zusammenhang zwischen persönlichem Verhalten und Entstehung einer chronischen Krankheit aufzuzeigen.

Für den Report wurde der Begriff ‹chronic diseases› gewählt, weil er verschiedene Charakteristika zeigt:

  • the chronic disease epidemics take decades to become fully established - they have their origins at young ages
  • given their long duration, there are many opportunities for prevention
  • they require a long-term and systematic approach to treatment
  • health services must integrate the response to these diseases with the response to acute, infectious diseases.

lernundenter: ein inhaltlich sehr lehrreicher und eindrücklicher Report mit vielen Berichten von Menschen mit chronischen Krankheiten, Hintergründen und Aufdecken falscher Annahmen.

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Frailty in the elderly: the physical dimension

Frailty in the elderly: the physical dimension

von M. Abate, A. Di Iorio, d. Di Renzo, R. Paganelli, R. Saggini, G. Abate. 2007.

Diese Arbeit stellt viele verschiedene Definitionen von Frailty vor, die über die 4 I's (Instabilität, Intellektueller Abbau, Instabilität und Inkontinenz) und das Messen verschiedener körperlicher Parameter hinausgehen.

Weitere Themen: Definition von Behinderung, Komorbidität und eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten: Definition von Frailty, frühzeitige Identifikation gefährdeter Menschen, Wichtigkeit der Selbsteinschätzung und strukturierter Trainingseinheiten. Am Schluss 81 Quellenangaben.

lernundenter: ein weiter und interessanter Blick auf Frailty und die Wichtigkeit, Frailty bei gefährdeten Menschen frühzeitig zu erfassen und entgegenzuwirken.

Keywords: Frailty, Training, Alter.

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Rehabilitationsdiagnostik

Rehabilitationsdiagnostik (PDF 646 KB)
Rehabilitation
Referat von Dr. Ulrike de Vries, Vorlesung DP/D&I, Prof. F. Petermann (WS 2008/09). Einige der Themen:
  • Ziele der Rehabilitation
  • Begründung der Rehabilitationsmedizin: Wandel des Krankheitsspektrums, Demografische Struktur und gesellschafts- und gesundheitspolitische Aspekte
  • Rehabilitationsverständnis: Modell der funktionalen Gesundheit der WHO Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit (International Classification of Functioning, Disability and Health, ICF)
  • Messung der Lebensqualität (Dimensionen, gesundheitsbezogene Lebensqualität, 8 Skalen zur Lebensqualität)
  • Phasenmodell der Rehabilitation mit Eingangs-, Verlaufs- und Outcome-Assessment
  • verschiedene Modelle und Fragebogen
  • Screening-Instrument für Angst und Depression bei körperlich Kranken: Hospital Anxiety and Depression Scale – Deutsche Version HADS-D.

und:

Typische chronische Erkrankungen

  • Herz - Kreislauf - Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Pneumologische Erkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Krebserkrankungen

Charakteristika chronischer Erkrankungen

  • Unvorhersagbarkeit des Krankheitsverlaufs, oft nicht völlig umkehrbar – meist keine Heilung
  • Dauerhafte Abhängigkeit von medizinischen Spezialisten
  • Fehlen einer ursächlich ansetzenden Therapie
  • Vielfältige Auswirkungen und Verluste in personeller und sozialer Hinsicht

lernundenter: Das Referat listet die Themen in Kurzform auf und kann eine Grundlage sein für die persönliche Vertiefung in Rehabilitationsmodelle und Assessments. Manche Teile beziehen sich auf Deutschland.

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Gebrechlichkeit - Frailty

Es geht weiter mit Begriffen und Abkürzungen in Zusammenhang mit dem Internationalen Tag der Pflege 2010 | IND2010 Delivering Quality, Serving Communities: Nurses Leading Chronic Care

Heute mit:

Frailty
 

Gebrechlichkeit | Frailty

Gebrechlichkeit, auch Frailty-Syndrom (engl. frailty = ‹Gebrechlichkeit›) genannt, chronische altersbedingt herabgesetzte Belastbarkeit bei vermindertem Kraftzustand.

Gebrechlichkeit ist keine Krankheit, sondern ein komplexes Syndrom, das mit dem Lebensalter eines Patienten assoziiert auftritt, sich aber ursächlich nicht nur mit dem Alter erklären lässt.

Gebrechlichkeit ist die Folge des natürlichen Alterungsprozesses, kombiniert mit diagnostizierbaren Organ- und Funktionsstörungen, die in der Summe zu erhöhten diagnostischen, pflegerischen und therapeutischen Massnahmen führen. Wenn bei einem Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter drei oder mehr der nachfolgend aufgeführten Faktoren vorliegt, so spricht man von einem Frailty-Syndrom:

  • unfreiwilliger Gewichtsverlust (über 10% in einem Jahr oder mehr als 5% in sechs Monaten)
  • objektivierte Muskelschwäche (beispielsweise durch Handkraftmessung bestimmt)
  • subjektive Erschöpfung (mental, emotional, physisch)
  • Immobilität, Instabilität, Gang- und Standunsicherheit mit Sturzneigung
  • herabgesetzte körperliche Aktivität (hinsichtlich basaler und/oder instrumenteller Alltagsaktivitäten)

Werden nur zwei dieser Kriterien erfüllt, so spricht man vom Prefrailty-Syndrom. Unmittelbar mit der Gebrechlichkeit assoziiert sind Sarkopenie, Osteoporose, Muskelhypotonie und Fatigue-Syndrom. Eine Folge der Gebrechlichkeit ist beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Schenkelhalsfrakturen bei älteren Patienten.

Quelle: Wikipedia - Gebrechlichkeit

Für die englischsprechenden Leserinnen und Leser:

Frailty

Frailty is defined as a clinical syndrome in which three or more of the following are present:

  • unintentional weight loss of 4.5 kg or more in the past year (reflecting poor nutrition, catabolic metabolism, and sarcopenia)
  • feeling exhausted (poor endurance)
  • poor grip strength (weakness)
  • slow walking speed, and low physical activity.

Frailty overlaps with disability and comorbid illness but is not synonymous with them. Frailty is associated with a high risk of falls, disability, and death. It is unknown whether frailty is a single clinical syndrome or multiple syndromes and whether it has a central cause or multiple causes. Frail patients often share many physical and biochemical characteristics, and studies are underway to assess whether the syndrome or parts of it are responsive to interventions.

Quelle: Harrison's Online, Featuring the complete contents of Harrison's Principles of Internal Medicine, 17e, Kapitel Biology of Aging

Mehr zu Sarkopenie im Beitrag Internationaler Tag der Pflege 2010

Bild:  Frailty von wit

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