Arbeitsfähigkeit - Wissen kompakt

Arbeitsfähigkeit – ein Informationspapier (PDF 63 KB)

gesund arbeiten

aus dem WAI-Netzwerk. Das Dokument definiert Arbeitsfähigkeit und nennt die vier Säulen nach dem finnischen Wissenschaftler Juhani llmarinen.

Arbeitsfähigkeit kann man definieren als die

Summe von Faktoren, die einen Erwerbstätigen in die Lage versetzen, eine gestellte Aufgabe erfolgreich zu bewältigen.

Die vier zugrundeliegenden Säulen der Arbeitsfähigkeit nach Juhani Illmarinen:

  • Gesundheit
  • Ausbildung und Kompetenz
  • Motivation
  • Arbeit (Inhalt, Organisation, Umfeld) selbst.

lernundenter: Das Wichtigste zu Arbeitsfähigkeit und WAI kompakt. Empfehlenswert sind die 10 Regeln zum Gebrauch des WAI. Sie beruhen auf Vorschlägen von Dr. Tempel, Hamburg, Projektpartner im WAI-Netzwerk. Regel 10:

Es gibt keine Mitarbeiter oder Abteilungen ‹mit einem schlechten WAI-Wert›. Schlechte WAI-Werte beschreiben niemals individuelle Verhältnisse, sondern ein Missverhältnis zwischen der vorherrschenden Arbeitsanforderung des Unternehmens und der Leistungsfähigkeit der Individuen bzw. der Abteilung. Die weiterreichende Untersuchung der Situation liegt bei den innerbetrieblichen Akteuren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Ein sorgfältiger Umgang mit den Daten (Datenschutz) ist Bedingung.

Eine ausführlichere Definition von Arbeitsfähigkeit im Interview mit Juhani Illmarinen der Arbeitnehmerkammer Bremen.

Das Haus der Arbeitsfähigkeit (finnisches Modell) haben wir bereits früher beschrieben in ‹Haus der Arbeitsfähigkeit› unter Arbeitsfähigkeit 2010

Online-Kurs: Führen im demografischen Wandel

Führen im demografischen Wandel

CHECKpoint-elearning weist auf die eLearning-Einheit hin. Einige Inhalte:

  • Aufgaben für Führungskräfte im demografischen Wandel
  • Bedeutung des eigenen Alterns und die eigene Einstellung zum Alter(n), Umsetzung im Führungsalltag
  • Veränderungen der Fähigkeiten und persönliche Möglichkeiten von Mitarbeitern mit zunehmendem Alter. Wann ist ein Mensch alt? Was können Ältere besser? Was muss zum Erhalt von Fähigkeiten frühzeitig trainiert werden? Wie kann die Führungskraft die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten fördern?
  • Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit
  • Lernen und Lernkultur

Details auf WEBACAD.

Das Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP) hat die Inhalte im Rahmen des Projektes MiaA ‹Menschen in altersgerechter Arbeitskultur – arbeiten dürfen, können und wollen› entwickelt und mit WEBACAD in eLearning umgesetzt. Gefördert wird MiaA durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und fachlich begleitet durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

 

Bildung Älterer

Themenschwerpunkt ‹Bildung Älterer›

In: bildungsforschung, Jahrgang 3, Ausgabe 2, Herausgeber: Bernhard Schmidt.

Türen öffnen mit Bildung
 

Ältere Lernende sind Schwerpunktthema der Online-Zeitschrift ‹bildungsforschung› im 2006. Verschiedene Autoren und Autorinnen beleuchten das Thema.

Stichworte zu den Beiträgen: Die ältere Generation als Mentorengeneration, intergenerationelles Lernen, Qualifizierung älterer Arbeitslosen, Deutschlernen, Förderung selbstgesteuerter Lernprozesse, Prävention zur Gesundheit im Alter und mehrere Beiträge zu Medienkompetenz und Zugang älterer Menschen zu Informations- und Kommunikationstechnologien.

lernundenter: Die Beiträge sind vor über zwei Jahren geschrieben worden. Sie sind jedoch noch gleich wichtig und bieten viele Informationen zum Lernen älterer Menschen, zu Kompetenz, Gesundheit und zum Thema Alter allgemein.

Womit wir uns auseinandersetzen müssen, zeigen aussagekräftig die vier Forschungsthemen am Institut für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Führen von älteren Mitarbeitenden

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird der Anteil und die Bedeutung älterer Mitarbeitenden grösser.

Wie können Führungspersonen die Kompetenzen von älteren Mitarbeitenden erhalten und sichern? Wie können sie ältere Mitarbeitende unterstützen bei Problemen am Arbeitsplatz?

Die AEB Akademie für Erwachsenenbildung bietet am 4. und 5. Mai 2009 eine Weiterbildung zu diesen Themen an.

Begleitung von Mitarbeitenden in ihren letzten Berufsjahren

Ziele und Nutzen:

Sie verfügen über Möglichkeiten, wie sie in ihrer Organisation die Freude und die Leistungsbereitschaft ihrer langjährigen Mitarbeitenden unter Berücksichtigung der inneren und äusseren Begebenheiten erhalten können.

Information | Anmelden

Fit für den demografischen Wandel?

Demografie-Rechner 2.0

 

Demografie-Rechner

 

Der Demografie-Rechner der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland zeigt aus den Blickwinkeln Altersstrukturanalyse, Wettbewerbsvergleich und Fachkräfte-Check, ob ein Unternehmen fit ist für den demografischen Wandel.

Screenshots zeigen die Inhalte der Excel-Datei. Nach dem Download (879 KB) kann die Datei inhaltlich an den eigenen Betrieb angepasst werden.

Demografische Alterung

 Demografische Alterung - Hintergründe und Tends in der Schweiz (PDF 298 KB)

von Prof. Dr. Francois Höpflinger. Das Thema aus soziologischer Sicht. Der Autor führt in das Thema ein mit einer chronologischen Darstellung der demografischen Entwicklung. Er unterscheidet vier Grundformen von Altersverteilungen mit deren Kennzeichen und Beispielen, dargestellt als die Alterspyramiden:

  1. Pagodenform: junge, rasch wachsende Bevölkerung mit relativ geringer Lebenserwartung.
    Beispiel: primär in wenig entwickelten Ländern zu beobachten.

  2. Dreiecks- oder klassische Pyramidenform: junge und rasch wachsende Bevölkerung mit einer geringeren Sterblichkeit gegenüber der Pagodenform.
    Beispiel: deutsche und schweizerische Bevölkerung vor dem ersten Weltkrieg.

  3. Glockenform: deutliche Verringerung der Geburtenhäufigkeit und weitere Reduktion der Sterblichkeit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
    Dies ergibt eine stabile Bevölkerung. Dies wurde jedoch bisher in keinem Land beobachtet und stellt somit demografische Gleichgewichtstheorien in Frage.

  4. Urnenform (schmale Basis und breiter Bauch): entspricht einer Bevölkerung, die einen Geburtenrückgang und/oder eine deutliche Auswanderung junger Leute erfahren hat.
    Beispiel: heutige Altersverteilung der Bevölkerung in den meisten europäischen Ländern in den letzten Jahrzehnten.

In Kapitel 3.2. erklärt der Autor die demografische Quotienten:

  • Jugendquotient: Zahl der unter 20-jährigen Frauen und Männer je 100 20 bis 64-jährigen Frauen und Männer
    Verhältnis zwischen wirtschaftlich abhängigen Minderjährigen und der potentiellen Erwerbsbevölkerung.

  • Altersquotient: Zahl der über 64-jährigen Frauen und Männer je 100 20 bis 64-jährigen Frauen und Männer
    Verhältnis von Personen, die eine Altersrente beziehen und Personen, die Lohnbeiträge in die Rentenkassen einzahlen

  • Gesamtquotient: Summe von Jugend- und Altersquotienten, zahlenmässiges Verhältnis von jungen, noch in Ausbildung befindlichen Personen sowie älteren, nicht mehr erwerbsfähigen Personen zum erwerbsfähigen Teil der Bevölkerung.

Der Autor relativiert die Genauigkeit der Indikatoren und die Grundgedanken des Konzeptes der demografischen Belastung. Er warnt vor einer allzu pessimistischen Interpretation:

Die Gleichsetzung von demografischer Alterung mit gesellschaftlicher Alterung basiert auf einem demografischen Fehlschluss.

lernundenter: Dies sind nur einige Themen. Die Arbeit  eignet sich als Einstiegslektüre in das Thema Demografischer Wandel.
Weiter geht es mit Generationenbeziehungen (Spezialgebiet des Autors, siehe Beitrag Gespräch mit dem Generationenforscher) .

In der Abschlussdiskussion kommt nochmals die häufig negative Sicht (Alterung, Einwanderung, Abwanderung) zur Sprache. Deshalb zum Abschluss zwei Zitate:

Ohne Einwanderung wäre die Schweiz heute wirtschaftlich und kulturell wahrscheinlich ein Ödland.

Eine dynamische multigenerationelle Gesellschaft wird faktisch zu einer multikulturellen Gesellschaft, da jede Generation andere Sozialisationsbedingungen und lebensgeschichtliche Muster erfahren hat.

Alterspyramide

Alterspyramide 1950 - 2050 für Deutschland

interaktive Alterspyramide des Statistischen Bundesamtes Deutschland in englisch, deutsch, russisch, französisch und spanisch.

Details :

lernundenter: eindrückliche Visualisierung der demographischen Entwicklung in Deutschland von 1950 bis 2050, vorausgesetzt die Annahmen bezüglich Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Migration (zwei Varianten) bestätigen sich.

Gefunden über Google Bildersuche mit dem Suchwort ‹Alterspyramide›: Alterspyramide 1950 - 2050 für Deutschland - Interactive

Tags: Demografie

Gespräch mit dem Generationenforscher

Francois Höpflinger - Generationenforscher

Generationen vereint am Sonntagnachmittag
Podcast ‹Fokus› vom 15.9.2008 (54:15). Download (MP3, 25.0MB)
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Francois Höpflinger ist Generationenforscher und Soziologieprofessor an der Universität Zürich. Einige Inhalte aus dem Gespräch mit der Moderatorin Marina Villa:

Mehrere Pensionierungen

zuerst einige Zeit die AHV (Alters- und Hinterbliebenenversicherung) geniessen, dann wieder in den Beruf oder eine neue Tätigkeit einsteigen, sich wieder zurückziehen, um wieder neu beruflich aktiv zu sein. Wert der Arbeit von Älteren zu speziellen Zeiten ("ReservearbeiterInnen") oder für spezielle Dienstleistungen (Beratung in der Bank durch ältere MentorInnen).

Über das Miteinanderleben von Generationen

Generationenübergreifende Projekte sind ein wichtiger Teil seiner Arbeit. Dabei geht es auch um Generationen-Verträglichkeitsprüfung, was u.a. bedeutet, dass bei neuen Gesetzen die Frage beachtet wird: Welche Konsequenzen hat dieses Gesetz für die nachfolgende Generation? Generationsübergreifende Projekte funktionieren nur, wenn die Betroffenen das eigene Alter akzeptieren.

Die neuen Alten

mobil, gesund, modisch, aktiv, rebellisch, selbstbewusste Kundinnen und Kunden (Bank, Gesundheit), eine Kultur mit viel Ressourcen und Kompetenzen und häufig guter wirtschaftlicher Situation.

Hohes Alter

September 2008 gab es in der Schweiz 3000 Personen mit einem Alter von 99 und mehr Jahren, davon 2500 Frauen und 500 Männer.

Übergang vom jungen Alter auf das hohe Alter

Die jungen Alten werden möglicherweise mehr Mühe mit dem hohen Alter haben, mit loslassen, da sie sehr aktiv sind. Dazu gibt es noch keine Studien. Gesundheitsförderung ist sehr wichtig für diese Entwicklung.

Herr Höpflinger berichtet aus seinen eigenen Erfahrungen, seinem Eltern- und Grosseltern-Sein. Sein Menschenbild in Bezug auf das Alter: er sieht das Alter als vielfältig, und er hebt die Wichtigkeit der mentalen Kraft (emotional, Lebenseinstellung, Umgang mit Verlust, Kreativität, Humor) hervor.

Generationenübergreifende Projekte:

Mehr zu Prof. Dr. F. Höpflinger:

  • Website von Francois Höpflinger mit Studientexten und Unterlagen zu: Alter/n, Generationen, Familien, mittlerem Lebensalter und Umfragemethoden 

zu Generationen-Verträglichkeit


Liebe und Lust im Alters- und Pflegeheim

‹Herbstfeuer› - Liebe und Lust im Alters- und Pflegeheim

Herbstfeuer
Autorinnen dieser Doppelpunkt-Sendung von Radio DRS 1 sind drei Studierende der Pflegewissenschaft des Instituts für Pflegewissenschaft Basel. Redaktion: Cornelia Kazis. Sprache: Schweizer Dialekt.

Ich bin so froh, diese herrliche Frau gefunden zu haben! Mit diesen Worten beschreibt ein 80jähriger Bewohner eines Altersheims sein unverhofftes, spätes Liebesglück.

In der Sendung erzählen vier ältere Menschen ihre Liebesgeschichten, ein Paar, eine Frau und ein Mann. Expertinnen aus der Psychologie, Pflege beleuchten ihre Erlebnisse und was Pflegende dazu beitragen können, dass Liebesbeziehungen möglich werden:

  • Kontaktaufnahmen in Gang setzen (beim Essen, Aktivitäten, Cafeteria) und sich dann langsam zurückziehen: Pflegende sind oft Initiantinnen von Gesprächen.
  • Raum (Intimsphäre) zur Verfügung stellen
  • aufmerksam sein auf Bedürfnisse und dann thematisieren.

Nötig ist Weiterbildung:

  • Dilemma der Pflegenden: Verantwortung für betreute Person versus Autonomie.
  • Homosexualität thematisieren
  • über Altersbilder sprechen
  • Generationsfragen, kulturelle Normen, Prägung und persönliche Ansichten spielen eine Rolle, ob Pflegende betagten Menschen körperliche Nähe schenken.

Bedürfnisse nach Nähe werden von Frauen eher geäussert als von Männern. Bewohnerinnen wünschen Zuneigung und holen sich diese von Pflegenden. Manchmal klaffen Wunsch und Möglichkeit nach Sexualität auseinander bei körperlichen Problemen (Blasenkatheter, körperliche Gebrechen). Oder: Bedürfnis wird nicht geäussert aus Scham (von Männern, oder generell in dieser Generation kein Gesprächsthema).

Sexualität ist Jungbrunnen, Lebenskraft und soll respektiert werden von Pflegenden.

Podcast zum Download (MP3, 44.5MB)

lernundenter: wunderbar, lebendig, humorvoll, dicht und offen. Ein wichtiges Thema für Pflegefachpersonen und Leitende in Institutionen für ältere Menschen. Es freut mich besonders, dass diese Radiosendung für ein grösseres Publikum von Studierenden der Pflegewissenschaft und von Fachpersonen aus der Pflegepraxis realisiert wurde.

Zwischendurch: ‹Parlez moi d'amour› auf YouTube gesungen von Juliette Gréco oder von Lucienne Boyer (1930) im Internet Archive

Angehörige von Sterbenden begleiten

Angehörigenbegleitung bei sterbenden Patienten im Akutspital

Winterbaum
Sibylle Kathriner stellt in ihrem Blog palliativpflege die Abschlussarbeit Höhere Fachausbildung in Pflege Stufe 1 von Seraina Stauffer (PDF 214 KB) vor. Die Autorin stellt die Angehörigen von Sterbenden in den Vordergrund, die sonst eher nur am Rande wahrgenommen werden. Angehörige sind einerseits Herausforderung für Pflegende und andererseits Ressource für sterbende Menschen, wenn sie Unterstützung von Pflegenden erfahren.

Eine fachgerechte Begleitung der Angehörigen ist nur möglich, wenn ihre psychosozialen Probleme und ihre Bewältigungsstrategien den Begleitern, also uns Pflegenden bekannt sind. Dies braucht Zeit und Geduld, das braucht Wissen um Sterbe- und Trauerprozesse, das braucht die Fähigkeit einer gezielten Wahrnehmung.

Seraina Stauffer beschreibt die Sterbephasen (Kübler-Ross) und entsprechende Strategien bei der Begleitung (für Pflegende oder Angehörige). Weiter bearbeitete sie die Situation von Angehörigen und Unterstützungsmöglichkeiten.

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