Podcasting in Academic and Corporate Learning
Trend: Podcasting in Academic and Corporate Learning
von Eva Kaplan-Leiserson, Learning Circuits (2005). Zuerst eine Zusammenfassung der Inhalte und anschliessend mehr - je nach Ihrem Interesse.
Inhalte: Begriff Podcasting, Gründe für die Popularität, Konsequenzen für die Bildung, iPods an der Duke Universität in 2004 mit einer Evaluation, Q+A: Podcasting in Unternehmen.
Der Begriff Podcasting
wird (erweitert) erklärt:
eine Verbindung der Begriffe iPod, der populäre Musicplayer von Apple und Broadcasting (deutsch = Rundfunk), wobei iPod eine Fehlbezeichnung ist: Podcasts sind digitale Audioprogramme, welche von HörerInnen via RSS (Really Simple Syndication) abonniert werden und auf verschiedenen Abspielgeräten inklusive Computer gehört werden können.
Semantisch: Audiodateien auf einer Website sind nicht noch keine Podcasts. Das Abonnement per RSS und der automatische Download gehören dazu.
Weshalb ist Podcasting so populär geworden?
- Podcasting erreichte das Gleiche für Audio wie Blogs für Text. Sie sind relativ einfach und günstig herzustellen. RSS ermöglicht abonnierten HörerInnen, automatisch über neue Beiträge benachrichtigt zu werden, ohne immer wieder die Website oder das Blog aufzusuchen.
- Podcasts können auf einem Computer gehört werden oder auf einen portablen Player, Pocket PC oder Mobiltelefon transferiert werden.
- Die Mobilität und das Hören auf Wunsch sind Schlüsselelemente von Podcasting: HörerInnen können hören, was, wann und wo sie möchten: unabhängig von einem Computer, unterwegs, während anderer Tätigkeiten. In diesem Sinn kann Podcasting als eine Variante von ‹mobile learning› gesehen werden.
Konsequenzen für die Bildung
Audiodateien hören ist kein Ersatz für Lesen, Präsentationen sehen und hören und die vielen anderen Arten, Informationen aufzunehmen. Es kann diese Methoden erweitern. Podcasting
- unterstützt auditive LernerInnen
- ist ein weiterer Zugang, Material zu verarbeiten, zu reflektieren. z.B. als Ergänzung zur Vorlesung: Podcasts können die Angst vermindern, an der Vorlestung etwas verpasst, missverstanden oder nicht genügend Notizen geschrieben zu haben. Die Podcasts können jederzeit zur Repetition oder zur Vorbereitung für Tests wieder gehört werden.
- unterstützt fremdsprachliche StudentInnen bei Vorlesungen zur Repetition und bei Verständnisfragen.
- kann Feedback von Lehrpersonen an Lernende sein: z.B. Feedback auf Gruppenpräsentationen. Peer-zu-Peer-Feedbacks sind ebenfalls möglich.
- Lehrpersonen überprüfen beim Hören ihrer Podcasts ihren eigenen Lehrstil, ihre Rhetorik, ihre Kommunikationskompetenz. KollegInnen und Vorgesetzte können Podcasts aus dem Unterricht der Lehrpersonen abonnieren (lernende Organisation!).
- als zusätzliche Lerninhalte: Experteninterviews, Vorlesungen.
iPods an der Duke Universität
An der Duke Universität wurden im 2004 iPods an Neustudierende gratis verteilt. Die Evaluation zeigte die Verwendung von Podcasting:
- Online-Zugang zu Vorlesungen, Liedern, historischen Reden, Fremdsprachen
- im Klassenzimmer: Klassendiskussionen, Aufnahme von Unterricht und Interviews mit eingeladenen ExpertInnen, Feedback
- Aufnahmen unterwegs: Notizen auf Exkursionen, Interviews, Töne
- Unterstützung beim Studium: wiederholtes Hören und Repetieren von Lerninhalten.
Unter den Vorteilen waren
- mobile Lerninhalte
- weniger Abhängigkeit von physischen Lernmaterialien, Laboratoriums- oder Bibliothekszeiten
- vermehrtes Engagement und Interesse der StudentInnen
- gesteigertes Wahrnehmen individueller Lernvorlieben und -bedürfnisse
Q+A: Podcasting in Unternehmen
Aus dem Interview einige wichtige Antworten von Anders Gronstedt der Gronstedt Group:
- Mit Podcasting verringern sich hohe Kosten für das Brennen und weltweitem Verteilen von Audio-CDs.
- MitarbeiterInnen sind unabhängiger geworden durch die mobilen Inhalte.
- Die Grenzen sind klar: Podcasting ist linear und Einwegkommunikation. Darum muss es integriert werden in Blog, Online-Simulationen oder anderen interaktiven Kanälen.
- Unternehmen können starten mit dem Upload von MP3-Dateien in ihr Intranet. MitarbeiterInnen können diese auf ihr bevorzugtes Gerät downloaden.
- Wichtig sind engagierte und unterhaltsame PodcasterInnen. Es geht nicht darum, theoretische Inhalte trocken zu präsentieren, sondern: interessant, im Gesprächston, unterhaltend.
- Viele MitarbeiterInnen hören die Job-Podcasts auf dem Arbeitsweg, auf dem Weg zu KundInnen oder am Arbeitsplatz bei kurzen Zwischenzeiten.
- Es ist Mobile Learning, das Sinn macht.
- Das Potenzial von Podcasting und Mobile Learning allgemein ist in Asien und Europa grösser als in den USA, weil mehr Mobiltelefone mit MP3-Players ausgerüstet sind und die Dichte von Mobiltelefonen in manchen Ländern bis zu 100% ist.
lernundenter: Es gibt im Artikel Hinweise auf Margaret Maag an der Universität von San Francisco School of Nursing. Sie macht sich seit längerem stark für das Lernen mit Blogs, eLearning, Lernen mit neuen Technologien (siehe in unserem Dossier Pflegeblogs - ein Fenster für die Pflege - Konsequenzen). In 2005 und 2006 hat sie mit Podcasts gearbeitet und darüber publiziert. Leider haben wir keine aktuellen Podcasts gefunden, jedoch ihren Hintergrundartikel iPod, uPod? An emerging mobile learning tool in nursing eduation and student's satisfaction PDF 560 KB, 2006.
Bild: ‹Smashy The Alien Icon Set›. Dieses und andere Icons gibt es gratis im Smashing Magazine.









